Leichtathletik / Abteilung  
  Marathon der Hoffnung 2019 
 

26.09.2019 // Ulmen/Daun. Auf geht`s! Wenn am Sonntag, 29. September, in Berlin rund 40 000 Laufbegeisterte zum 46. Berlin-Marathon an den Start gehen, dann ist auch der Ulmener Hausarzt Alois Pitzen wieder am Start.

Helfen, Haltung bewahren und durchhalten sind auch diesmal wieder das Motto des Läufers aus der Eifel. Denn neben dem sportlichen Erlebnis auf der 42,195 Meter langen Strecke durch die Bundeshauptstadt geht es auch wieder um soziale Zwecke und einen gesellschaftspolitischen Appell. „Marathon der Hoffnung“ hat er das „Unternehmen “ Berlin-Marathon 2019 getauft.

2011 und 2018 war Pitzen schon in Berlin am Start und hat mit seiner Spendenaktion mithilfe vieler großzügiger Spender mittlerweile mehr als 20 000 Euro für ein Entwicklungshilfeprojekt in Uganda, die Dauner Tafel, das Café Asyl Daun sowie das Integrationscafé Ulmen gesammelt.

Auch in diesem Jahr will Pitzen für das Projekt in Afrika, das dort von seinem Freund Pater Paulinus Fokushaba, einem katholischen Priester, betreut wird, und für die Hilfseinrichtungen in Daun und Ulmen sammeln. Bei den Themen Flucht und Integration frustriert den Mediziner, wie menschliche Qualitäten wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Hoffnung in diesen Tagen mit Füßen getreten werden. „Es ist eine Schande mitzuerleben, wie Flüchtlinge, die auf dem Mittelmeer ums Überleben kämpfen, zum politischen Spielball von Regierungen werden, die jegliche Achtung vor der Schöpfung verloren haben. Und der Gesellschaft gelingt es immer weniger, das Positive im Nächsten zu sehen und im Glauben daran gemeinsam an den Problemen zu arbeiten“, so Pitzen.

Dass die Menschen immer mehr in Geld und Nutzen aufgewogen werden, erlebt er aber auch vor Ort. Die ärztliche Versorgung auf dem Land sieht er ernsthaft in Gefahr. Dieser Tage wurde im rheinland-pfälzischen Landtag ein Gesetz verabschiedet, das bewirken soll, dass langfristig mehr Ärzte aufs Land kommen. Die Vertretung der niedergelassenen Ärtze, die Kassenärztliche Vereinigung, unterstützt eine solche Regelung eher nicht, sondern torpedierte die Idee im Vorfeld.

Pitzen, der mit seiner Ehefrau eine Praxis in Daun betreibt, kennt die Not hautnah. „In den Kreisen Vulkaneifel und Wittlich sind allein in diesem Jahr zwei Hausarztpraxen geschlossen worden, eine dritte Praxis sucht nach Ersatz, nachdem der Hausarzt tragischerweise plötzlich verstorben ist. Der Druck auf Ärzte und Patienten steigt gleichermaßen.“ Er glaubt auch nicht, dass sich der Notstand durch technische Lösungen wie Telemedizin lösen lässt. Das Terminservicevergabegesetz hält er für „bürokratischen Wahnwitz“. Pitzen sagt: „Am Ende kann die Zeit des Arztes nur einmal vergeben werden. Mit Schaffung neuer Felder macht man nichts besser, sondern verteilt nur anders."

Für ihn steht das ganze Gesundheitssystem auf dem Prüfstand. „Krankenkassen haben scheinbar die Befugnis, die Regeln nach belieben zu ändern und die Macht, die Leistungserbringer, also die Ärzte, an den Rand der Existenz zu bringen. Bei etlichen Krankenhäusern ist das im stationären Bereich schon gelungen. Im ambulanten Bereich gibt es deutliche Parallelen.“

Wenn am 29. September am Brandenburger Tor der Startschuss für den 46. Berlin-Marathon erfolgt, wird Pitzen für ein paar Stunden aber all diese Probleme zurückstellen müssen. Dann geht es schließlich um Spenden für Notleidende. Und dafür sucht der Marathon-Arzt aus der Eifel noch weitere Sponsoren. Die sollen für jeden gelaufenen Kilometer einen Geldbetrag spenden. Sponsor kann jeder werden, der helfen will. Bei der Sparkasse Vulkaneifel (IBAN DE 82 5865 1240 0000 4583 72) und der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel (IBAN DE61 5776 1591 0660 5334 02 ) kann unter dem Stichwort „Marathon der Hoffnung“ für die Projekte gespendet werden. (AP)



 
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